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„Der Unterschied zwischen einem Berg und einem Hügel liegt in Deiner Perspektive“ schrieb der verstorbene Kolumnist und Autor Al Neuhardt. Die Sichtweise entscheidet außerdem über die Wahrnehmung der Realität – auch bei der Frage, ob sich ein Autor als Marke positionieren soll.

Wie, ich bin doch keine Marke, ich bin einzigartig. Das war sinngemäß die Aussage von Autoren, mit denen ich mich zu dem Thema ausgetauscht habe. Oder: ich will die Leser nicht manipulieren sondern überzeugen, Marken sind unheimlich und manipulativ.

Das sind Argumente, die ich als Revoluzzer emotional nachvollziehen kann. Andererseits waren ästhetische Erneuerer und Systemgegner wie Andy Warhol oder Allen Ginsberg sehr erfolgreich, weil sie sich selbst zur Marke gemacht haben.

Sichtweise entscheidet Thomas Hoffmann Autor als Marke

Der Filmemacher und Autor Rainer Langhans hat als eine Ikone gesellschaftlicher Diskussion stets betont, das Private sei politisch. Er lebt bis heute gut damit, dass sein unverwechselbarer Kopf immer wieder zu Öffentlichem und weniger Öffentlichem befragt wird. Rainer Langhans wirkt für meine Generation entweder wie ein Leutturm der Erkenntnis oder er wird nicht ernst genommen. Auch hier gilt, dass die Sichtweise entscheidet.

Wie macht das einer wie Langhans? Er steht für Verlässlichkeit. Mit nachvollziehbarem Anspruch hat er stets seine Überzeugungen kommuniziert, hat Fans und Gegner an seiner Entwicklung teilhaben lassen und sich nicht davor gefürchtet, Unpopuläres zu publizieren. Langhans vergleicht sich nicht mit anderen. Für Ihn zählen seine eigenen Ansprüche. So hat er sich zur Marke gemacht. Der fast 80-Jährige ist seit einem halben Jahrhunnder ein PR-Genie, das unterhält und die Anliegen einer ganzen Generation diskutiert, aber auch konterkariert.

Auch für Marken gilt: die Sichtweise entscheidet

Heute werden die Menschen täglich mit Tausenden von Informationen zugeschüttet. Unzählige Anbieter überschwemmen immer kleinere Märkte. Deswegen müssen Sie als Autorin jedoch noch lange nicht resignieren. Identifizieren Sie die kleinstmögliche Zielgruppe, für deren Mitglieder Ihre Botschaften wichtig sind. Machen Sie sich ein Bild von den Einzelnen.

Damit Sie für die Menschen, die Sie erreichen wollen, erkennbar werden und damit diese Menschen Ihre Botschaften auch wichtig finden, haben Sie keine andere Wahl, als erkennbar zu werden. Dabei hilft es Ihnen, wenn Sie ein gewisses Markenbewusstsein entwickeln. Die fünf Eigenschaften einer Marke werden auch Ihnen helfen.

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Diese fünf Eigenschaften einer Marke sollten Sie kennen

Marken erzählen Geschichten

Wann immer die Menschen etwas über Sie erfahren sollen, erzählen Sie eine Geschichte. Das ist eine Art Pitch, in dem Sie von etwas erzählen, was Ihnen wichtig ist. Etwa wie Sie als junge Frau einen Verkehrsunfall hatten, der glimpflich ausgegangen ist, der Ihnen für den Bruchteil eines Augenblicks gezeigt hat, dass alles ganz schnell vorbei sein kann.

Solche Geschichten gefallen und wer sie hört oder liest, fühlt sich verbunden mit Ihnen, weil man sich gleich fragt: wie war es bei mir?

Ein kleine Geschichte die ich immer wieder gerne erzähle: Ich bin Anfang der Sechziger in einem kleinen Dorf in Schwaben aufgewachsen (316 Einwohner). Der Neckermann Katalog, der zweimal im Jahr neu kam, war für mich das Tor zur Welt. Die über 1000 Seiten haben meine Schwester und ich Seite für Seite durchgeblättert und diskutiert.

Und dann war da das Bertelsmann Volkslexikon (Ausgabe von 1955), in dem ich las, wenn mir langweilig war. Und mir war häufig langweilig. Im Laufe meiner Kindheit habe ich das Volkslexikon gefühlt 13,5 Mal durchgelesen.

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Eine Marke ist unverwechselbar

Die zweite Eigenschaft einer Marke: sie ist unverwechselbar. Zu diesem Unverwechselbaren trägt ihre besondere Geschichte bei, Ihr spezielles Thema und das, was Sie Ihren Lesern bedeuten.

Qualität schafft Vertrauen

Was Sie schreiben ist unbedeutend, wenn es nichts taugt. Ob Sie Kriminalromane schreiben oder Sachbücher, Sie müssen Ihre Leser fesseln und unterhalten.

Sie bewerben sich ab der ersten Seite auf jeder neuen Seite um die Gunst Ihrer Leser. Und nur wenn Ihr Werk die Qualität hat, dass es bis zu Ende gelesen wird, denken die Leserinnen am Schluss: Oh Mist, da hätte ich noch gerne mehr davon. Dieses Gefühl ist der Beginn einer langen Freundschaft, die Ihre Leser für Sie empfinden.

Marken helfen bei der Orientierung

Ihre Leserinnen lesen Ihre Werke bis zu Ende, weil sie unterhaltsam und informativ sind. Und weil sie ihnen eine Orientierung geben . Als Leser spule ich meinen eigenen Film im Kopf ab, bin sozusagen Co-Autor. Und weil mich das Buch – oder der Blog Post – dazu anregt, (m)eine Welt neu zu erfinden, verschafft mir das Lesen Orientierung.

Gehen Sie nun noch einen Schritt weitergehen und bitten Ihre Leser um Unterstützung. Fragen Sie sie, ob sie Ihre Texte nicht probelesen und kommentieren wollen. Die Leser, die Ihre Werke vor der Veröffentlichung lesen und kommentieren, fühlen sich noch mehr als Mitschaffende und werden keine Gelegenheit auslassen, von Ihren Werken zu schwärmen.

Die Sichtweise entscheidet

Marken schaffen Vertrauen

Durch Ihre Geschichte schaffen Sie Einzigartigkeit. Die Qualität Ihrer Schreibe gibt Ihren Lesern Orientierung. Mit diesem Gesamtpaket gewinnen Sie das Vertrauen Ihrer Leserinnen.

Denken Sie nicht auch, dass es sinnvoll ist, Ihre Leserinnen mit diesen Eigenschaften zu überzeugen, und das deren Entfaltung eine zutiefst integere Angelegenheit ist? Sehen Sie, was ich meine, wenn ich behaupte, dass die Sichtweise entscheidet?

Wenn Sie mehr über meine Ansichten zur Autorin als Marke wissen wollen, senden Sie mir eine Mail an hoffmann@publi4all.de.

Bilder von istockphoto.com und pixabay

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Autor:

Thomas Hoffmann

Thomas Hoffmann

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